Landhaus Schwarzenberger Hof

Rajko Drolc (Inhaber & Restaurantchef)

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Im Waldstübchen hat alles angefangen

Ich habe meine Lehre 1995 im Restaurant Waldstübchen in der Niederrengse begonnen. Aufgrund der Betriebsauflösung musste ich ab dem zweiten Lehrjahr den Betrieb wechseln. So entschied ich mich für das Privathotel Heedt-Rothstein in GUmmersbach Windhagen. Eine gewisse Umstellung brachte es mit sich, da das Waldstübchen kaum mehr als 40 Sitzplätze hatte; das Privathotel Heedt Rothstein jedoch zwei Restaurants, neun Tagungsräume und einen Veranstaltungsaal hatten. Die dreiköpfige Brigade des Waldstübchen tauschte ich also gegen ein Zwölfköpfiges Team. Ich fand mich schnell in die neuen Aufgaben ein. Gerade Veranstaltungen mit über 100 Personen faszinierten mich besonders. Die Organisation dieser Abläufe waren jedes Mal auf’s neue eine besondere Herausforderung.

Ich blieb nach meiner Lehre noch weitere sechs Jahre im Hotel, erlebte dort vier Direktorenwechsel, damit verbundene Umstellungen und sieben verschiedene Küchenchefs. Die Brigade sank aufgrund von Ersparnissen immer mehr, bis ich als Souschef später mit Nico der ebenfalls Souschef im Hotel war nur noch auf einen weiteren Koch blicken durfte – von einer Aushilfe einmal abgesehen. Zwar wurde das Frühstück nun vom Service übernommen, jedoch blieben dem verbleibenden Küchen-Team 365 Öffnungstage im Jahr und eben die angesprochene Räumlichkeiten erhalten. Mit Nico gab ich mein Bestes, die Qualität aufrecht zu erhalten. Die Teamarbeit machte uns bald zu Freunden. Ich übernahm den Einkauf, Bestellungen, Organisation von Veranstaltungen während Nico die Karten schrieb und das a la Carte Geschäft führte.

Mit dem Motorrad über Norwegen zur Alten Schlosserei

Obwohl die Arbeit viel Spaß machte, führt eine so kleine Brigade mit diesem Arbeitsumfeld irgendwann an den Punkt, wo man sich nach dem Sinn einer solch kräftezehrenden Aufgabe fragt. Bei einem Feierabendbier sagte Nico einmal: Rajko ich habe eine Idee, du machst endlich auch deinen Motorradführerschein, wir kündigen beide und fahren mit den Mopeds nach Norwegen. Motorradfahren hat mich schon immer fasziniert, da auch meine Schwester viel durch Europa mit dem Bike reist. Aus dieser Laune heraus resultierte nach einer Woche meine Anmeldung in der Fahrschule, nach zwei Wochen unsere Kündigungen und nach acht Wochen unser Trip nach Norwegen.

Nach unserer Reise machten wir uns auf die Suche nach neuen Aufgaben, ich entschied mich für die Stelle des Küchenchefs im Meson el Toro, einem gehobenen Spanischen Restaurant in Waldbröl. Dort arbeitete ich mit einer Küchenhilfe allein in der Küche, meine Fähigkeiten mich zu organisieren und gut vorzubereiten zahlten sich hier aus. Bis zu 50 Gästen am Abend alleine zu verköstigen, häufig mit mehreren Gängen, forderten viel Konzentration, halfen mir aber auch, mich weiter zu entwickeln. Passend an einem Punkt, wo ich merkte ich kann in diesem Hause nicht weiter kommen, bot Nico mir die Souschef-Stelle im Restaurant Die Alte Schlosserei, für die ich mich entschied. Nach nur acht Wochen meiner Tätigkeit dort, gab der Inhaber des Restaurants gesundheitsbedingt das Geschäft auf. Wie damals die spontane Entscheidung der Reise nach Norwegen, überlegten wir auch dieses mal nicht lange. Montags bekamen wir die Kündigungen, Dienstags waren wir arbeitslos gemeldet und Freitags hatten wir das Inventar gekauft und machten uns als gleichberechtigte Partner selbstständig.

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“Ich habe hier meine Berufung gefunden.”

Während des zweiten Geschäftsjahres bot sich die Möglichkeit innerhalb des nächsten Jahres das Landhaus Schwarzenberger Hof zu übernehmen. Auch hier überlegten wir nicht ob, sondern wie wir es angehen. So übernahmen wir im Januar 2014 das Landhaus Schwarzenberger Hof in Hülsenbusch. Ich übernahm die Restaurantleitung, Weinberatung und die Abläufe im Gastraum. In dieser Aufgabe habe ich eine Berufung gefunden, unsere Gäste persönlich zu betreuen, die Freude der Gastlichkeit gemeinsam mit unseren Gästen zu genießen.